Ehrenamt

  • 29.06.2018

Ehrenamtliche Mitarbeiter im Palais

Seit dem unser Haus eröffnet wurde, stellen sich viele ehrenamtliche Mitarbeiter zur Verfügung. Sie unterstützen und begleiten unsere Senioren. Viele dieser Personen kommen sogar fast täglich für 1-3 Stunden zu Besuch und bedeuten eine große Hilfe im Pflegealltag. Feste und innige Bindungen haben sich hier zwischen dem Personal unserer Einrichtung, aber vor allem zwischen den zu besuchenden Bewohnern und den Ehrenamtlern entwickelt. Dafür sind wir überaus dankbar.

(Herr Siegemund, Ehrenamtlicher Mitarbeiter)

Was bedeutet Ehrenamt?

Ein Ehrenamt nach lokalem Verständnis ist ein freiwilliges öffentliches Amt, das nicht auf ein Entgelt ausgerichtet ist. In der Vergangenheit konnten die Teilnehmer noch eine sog. Aufwandsentschädigung bei der Stadt beantragen. Für stationäre Pflegeheime ist dies allerdings nicht mehr vorgesehen. 

Die ehrenamtlichen Tätigkeiten erstrecken sich auf ein weites Handlungsfeld. Es gibt Kollegen, die selbstständig kleine Beschäftigungsgruppen im Haus organisieren.

Andere Besuchsdienstler unternehmen ausgedehnte Spaziergänge, schauen alte Fotos an, lesen vor oder hören den Bewohnern einfach zu.

Ihre Besuche stellen nicht nur für die jeweiligen Bewohner eine Riesenhilfe dar, sondern unterstützen direkt das Pflegepersonal im Tagesablauf. Wenige unserer Bewohner leiden durch bestehende Grunderkrankungen sekundär an Angststörungen und Unruhezuständen, manche davon lassen sich hier auch schwer in die Gemeinschaft integrieren und sind förmlich permanent auf der Suche nach einer Person, die den ganzen Tag bei ihr bleibt. Diese Situation stellt für alle Beteiligten immer eine große Herausforderung dar. Regelmäßig besuchen Ehrenamtler einige dieser wenigen Personen und vereinfachen somit direkt den Ablauf im gesamten Haus.

Einrichtungsleiter Stefan Voigtländer 

Ursula Iwanow - ehrenamtliche Mitarbeiterin berichtet von ihren Erfahrungen als Ehrenamtliche Mitarbeiterin:

"Meine Lesestunde"

Schon seit langer Zeit ist für mich jeder erste Dienstag im Monat ein ganz besonderer Dienstag.        

Vor fünf Jahren ging ich das erste Mal in die Seniorenresidenz in der Sebastian-Bachstraße. Ich war damals gerade siebzig geworden und fühlte mich schon mächtig alt. Trotzdem, oder vielleicht gerade deshalb, wollte ich mich nach 10 Jahren des Rentnerlebens einer neuen Aufgabe, einer neuen Herausforderung stellen. Mein Angebot, hier im Haus zu lesen, wurde angenommen und mutig gingen wir, meine Zuhörer und ich, am 9.1.2010, zunächst in der Bibliothek, die Sache an. Alsbald wurde die Bibliothek zu klein. Nun, im großen Saal sitzend, macht es uns gemeinsam Freude, in Kindheitserinnerungen anderer Leute einzutauchen und somit sich vielleicht der Eigenen zu erinnern.

Mein Mann meinte damals, ich solle ja nichts Trauriges aussuchen, etwas Lustiges würde die alten Herrschaften erfreuen. Sie brauchen ein wenig Fröhlichkeit und die musst du ihnen vermitteln. Ob jede Lesestunde nun so lustig ist, wage ich nicht zu behaupten, interessant ist sie allemal.

Wenn auch meine Zuhörer körperlich auch nicht mehr so ganz fit sind, so können sie dem vorgelesenen Text folgen. Bei den lustigen Kindheitserinnerungen des Herrn Hape Kerkeling zum Beispiel, sehe ich bei den alten Herrschaften ein Schmunzeln und höre hier und da ein Lachen.

So also, ist das mit dem ersten Dienstag im Monat, auf den ich mich jedes Mal freue. Er ist für mich eine Bereicherung und für meine Zuhörer hoffentlich eine willkommene Abwechslung, die wir hoffentlich noch lange genießen können.

Ursula Iwanow (Ehrenamtliche Mitarbeiterin)

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