Frohe Weihnachten und ein gesundes neues Jahr

  • 01.01.2019

Weihnachten…

 

Ein Fest, ein Neubeginn, die Geburt Christi, die Wintersonnenwende und der Beginn des neuen Jahres.

In den verschiedenen Religionen und Gemeinschaften zelebriert man Umkehr, Abschied und Neubeginn, Frieden auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen.

Frieden ?

Wohlgefallen ?

Für viele unserer Senioren hier im Hause bedeutet das Fest ein Zurücksinken in glückliche Kindheitserinnerungen. Noch kein Wissen darüber, was in der weiten Welt passiert.

Andere schwelgen in Gedanken gerne in der Zeit, als die eigenen Kinder noch klein waren. Zurück in die Zeit der Geheimnisse, der verschlossenen Zimmertüren, des Knisterns von Papier, dem Geruch nach Leim und Tannengrün, dem Duft von Gänsebraten und auch die ersten Zweifel an der Existenz des Weihnachtsmannes. Der Adventskalender nur mit Papierfensterchen, Zusammensitzen und Vorlesen, Plätzchen backen und allgegenwärtig die Ungeduld, bis es endlich Heilig Abend wird. Das erste Geschenk, natürlich selbstgemacht, später dann selbstgekauft, aber in bescheidenem Ausmaß.

Die Freude war nicht kleiner als heute, im Gegenteil, wenn nicht sogar größer.

Wer alles hat, kann nichts mehr wünschen.

Es ist ein Zuviel an lärmendem Licht, es ist ein Zuviel an Events.

„Vom Himmel in die tiefsten Klüfte“ könnte heute wohl niemand mehr schreiben.

Es war ein Stern, der die heiligen drei Könige zur Krippe führte. In den Galaxien der Milchstraße, verschwindend klein.

Andacht? Besinnung? Vertrautheit? Was ist das?

Alles Begriffe, die so viele warme Erinnerungen und Freude beinhalten.

 Es braucht keinen weihnachtlich beleuchteten Vorgarten mit 20.000 LED an meterlangen Lichterketten, es braucht kein Sammelsurium an Geschenken, kein Übermaß an festlichen Speisen und Getränken, kein Mehr an allen erdenklichen Weihnachtsliedern aus der ganzen Welt oder traditionelle klassische Lieder die unplugged, gecovert als Jazz Version erscheinen und durch die Lautsprecher dudeln.

Wie viele Weihnachtsmärkte es mittlerweile gibt? Allein in Leipzig mehr als 30.

Heiliger Bim Bam hier, Advents-Markt im Hof da und Weihnachtswerkstatt dort.

Ein mehr an Licht bedeutet kein mehr an Freude.

Wenn ich unseren eigenen Veranstaltungsplan im Dezember betrachte, in welcher Menge weihnachtliche Veranstaltungen geboten werden. Wahnsinn!

Andacht, Besinnung und Vertrautheit. In der Quintessenz sind es immer diese drei Kernaussagen, die wir von den Bewohnern im Stadtpalais zu hören bekommen, wenn sie über Weihnachten sprechen.

Diese Dinge sind ihnen wichtig. Mehr nicht.

Ob in Familie, allein oder auf einer Feier, hier, unter der Sonne oder unter den Palmen wünschen wir unseren Bewohnern, Angehörigen und Kooperationspartnern Alles Gute, etwas Nachdenken über unsere Welt und einen Versuch etwas Besseres zu tun.

In diesem Sinne wünshen wir Ihnen eine frohe Weihnacht und ein gesundes neues Jahr.

 

 

 

Dr. Rosemarie Blatz   -Heimbeiratsvorsitzende-

Stefan Voigtländer   -Einrichtungsleitung-

 

Auf meine Frage an eine unserer Bewohnerinnen, was sie sich im nächsten Jahr vornehmen möchte, gab sie mir folgende Antwort:

 

,,Ich werde mir vornehmen, nicht mehr so viel vorzunehmen".

Leipzig, im Advent 2018                                                                                 

 

 

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